Leidbringende Wintertrends: Das Problem mit UGG Boots, Canada Goose Parkas und Angorawolle

Wenn ich so einen Artikel wie diesen hier schreibe, dann ist das für mich eine schwierige Angelegenheit. Tierquälerei, ein Thema, dass mir von kleinster Kindheit an ein Graus ist. Noch immer träume ich von dem Regenwurm, den ich im Kindergarten in 2 Hälften teilte, fest davon überzeugt, nun 2 Würmer geschaffen zu haben. Irgendwas war schief gelaufen, denn das Würmchen wand sich gar nicht mehr. Platsch platsch mischten sich die Regentropfen mit meinen Tränen des Entsetzens.

Mit 12 biss ich dann in meinen letzten McDonald’s Burger und habe ihn nie wieder vermisst. Zurück zum Artikel. Ein bisschen muss ich mich zusammenreißen euch, liebe Leser, nicht anzubrüllen, was euch einfällt pelzige Jacken zu tragen und Stiefel, für die Tiere getötet werden spazieren zu tragen. Bis mir dann, gerade noch rechtzeitig, einfällt, dass ich auch nicht alles richtig und ganz vieles auch relativ falsch mache. Nach dieser Erkenntnis purzeln wieder die Regenwurm-Tränen und kugeln in meinen Kunstpelz.

Und dann versuche ich einfach zu erzählen, warum ich manche Sachen ganz furchtbar schlimm finde und ob ihr das vielleicht noch gar nicht wusstet, es euch jedoch interessieren könnte? Immerhin habt ihr es nun wirklich nicht verdient angebrüllt zu werden. Und möglicherweise einigen wir uns sogar darauf, dass wir Mode lieben, es aber doch wirklich unverständlich ist, warum Tierchen dafür so leiden sollten.

Canada Goose Jacken

Der Fellrand der Canada Goose Jacken besteht aus Echtpelz von Koyoten. Diese sind in Kanada zum Abschuss freigegeben. Man stellt also fiese Metallfallen auf, in denen die Hundeähnlichen Tiere schließlich mit Kopf oder Pfote stecken bleiben. Ihre Qual endet, wenn der Jäger sie dort auffindet und erschießt.

Die Daunenfütterung der Parkas stammt von Enten und Gänsen. Laut Peta sind diese oft nur unzureichend betäubt, und einige noch am Leben wenn ihnen der Hals durchgeschnitten und sie ins kochende Wasser geworfen werden. Preislich liegen die Jacken übrigens bei 800 – 1200 Euro. Ganz schön viel Kohle für ganz schön viel Tierleid. Pelz ist übrigens kein Nebenprodukt der Fleischindustrie und auch bei Leder ist dies oftmals nicht der Fall.

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Quelle: PETA

Alternative: Fjällraven Parka mit warmer Syntethikfüllung und Kunstfellrand

UGG Boots

Pamela Anderson verhalf den UGG Boots zu Ruhm, als sie sie mit Silikonboobies und roten Baywatch Badeanzug kombinierte. Der Tierschützerin war in den 90ern nicht bewusst, was sich wirklich hinter jedem Paar verbirgt. Die Lämmer werden geschlachtet, damit man aus ihrer Haut und ihrem Pelz Stiefel herstellen kann. In ihrem kurzen Leben werden ihnen noch ohne Betäubung Löcher in die Ohren geschossen, die Schwänze abgeschnitten und bei männlichen Tieren Kastrationen durchgeführt. Allein in Australien sterben jeden Frühling 3 Millionen Schaafe aufgrund der Haltungsbedingungen. Heute hat sich Pamela übrigens klar von dem Produkt distanziert und stattdessen ihre eigene vegane Boots-Linie auf den Markt gebracht.

Australische Schaafe 2

Quelle: PETA

Alternative: Vegane Boots von Pammies

Angorawolle
Bei Wolle denke ich an harmlosen Flausch – ihr nicht auch? Ich habe selber einen Angorapulli im Schrank, da ich keine Ahnung hatte, wieviel Hasenblut an ihm klebt. Seitdem ich weiß, wie Angorawolle produziert wird, hat es sich nämlich ausgeflauscht. 90 Prozent der Angorawolle stammt aus China. Dort gibt es keine Tierschutzgesetze! Also wird den verängstigten Kaninchen bei lebendigem Leib und ohne Betäubung das Fell ausgerissen. Hierbei werden die Fluchttiere fixiert. Wächst das Fell nach wenigen Monaten nach, wird die grausame Prozedur so lange wiederholt, bis das Tier vor Erschöpfung, Krankheit oder an seinen Verletzungen stirbt.

Angorakaninchen 2

Quelle: PETA

Alternative: Pullover von Bleed und Produkte aus Baumwolle, Hanf, Polyesterflies oder Tencel

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3 Comments

  • Antworten November 22, 2016

    *thea

    Mir waren diese Zusammenhänge auch lange nicht bewusst – danke, dass du das nochmal so zussamengefasst hast – die Canada Goose Jacken stehen stellvertretend für die anderen Produkte mit Pelz und Daunen wie Woolrich und Co – mittlerweile braucht man wirklich keine Daunenjacken mehr, um nicht zu frieren – aber ich denke, den Zusammenhang von Canada Goose zu den anderen Jacken schafft der Leser auch alleine :D Werde deinen Beitrag gleich mal auf Facebook teilen. lg *thea

  • Antworten Dezember 28, 2016

    TutnichtszurSache

    Sorry aber ich finde diese “mitdemfingerzeigende”-Beiträge echt zum Kotzen. Typisches Berliner-FairTrade-Hipster-Getue.

    Deine Miu-Miu Handtasche stammt auch nicht von lederproduzierenden Wundereinhörnern.

    Hier sind viele Tierfreunde unterwegs, aber Menschenfreunde wohl kaum. Das für deine Sojasahne oder Chiasamen, Detoxgedöhns oft Menschen leiden, sogar sterben müssen, ist dann halt ein lästiges Nebenthema. Über die Übersäuerung, nährstofflose Böden, Ausbeutung von armen Bauern, die Dank dieser ach so gesunden Lebensweise Ihre Existenz verlieren oder verhungern, ist egal. Hauptsache man futtert bzw. konsumiert keine tierischen Produkte.

    Kann ja jeder Denken was er mag, aber diese urteilenden Blogposts könnte man ruhig mal überdenken.

    • Antworten Dezember 28, 2016

      Sara

      Liebe ‘tutnichtszurSache’! Cooler Name übrigens. Hast du den Artikel gelesen? Bereits in der Einleitung schreibe ich ‘Bis mir dann, gerade noch rechtzeitig, einfällt, dass ich auch nicht alles richtig und ganz vieles auch relativ falsch mache’. Und während du ‘mitdemfingerzeigende’ Beiträge kritisiert, werde ich irgendwie das Gefühl nicht los, dass du dabei mit genau diesem Finger heftig am wedeln bist.
      Es sterben jetzt nicht gerade reihenweise Menschen für Sojasahne, aber dass die Bedingungen unter denen das Essen (ja auch Bio-Produkte) für westliche Industrienationen hergestellt werden oft unterirdisch schlecht sind, ist selbstverständlich Teil des Problems. Ob ich 1997 schon ein ein kleiner veganer Berlin-Hipster war… da kannst du gerne glauben was du möchtest. Ich weiß nicht, ob der Begriff damals überhaupt schon existiert hat.
      Die Miu Miu Tasche gibt es übrigens aus eben dem Wundereinhorn Grund nicht mehr. Trotzdem bin ich noch lange nicht perfekt. Da hast du recht. Dir noch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Viele Grüße, Sara

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