Serientip · Easy – Ein Netflix Original

Leider habe ich es aus zeitlichen Gründen nicht geschafft, euch früher den neuesten Netflix Serienknaller namens „Easy“ vorzustellen, aber ich freue mich seit Tagen, diesen Post endlich schreiben zu können.

Worum geht’s? Ist doch klar: um Liebe und Beziehungen. Genauer gesagt um die Liebe und ihre tausend Facetten. Ach, und um Sex natürlich auch. Als Schauplatz und Drehort dient mal nicht das dauercoole New York oder das sexy warme L.A., sondern das eher graue und roughe Chicago. Eine sehr willkommene Abwechslung! Es ist super spannend zu sehen, wie die Protagonisten ihr persönliches Glück definieren und wie sie mit unerwarteten Situationen umgehen. Was mir besonders gefallen hat ist, dass man sich auf irgendeiner Art und Weise in den Stories wiederfindet.

Für mich war das Schönste an der Serie, die brutale Ehrlichkeit und ihre „Ungeschminktheit“ (Ich weiß, das ist kein Wort…). Während ich mir bei Serien wie Girls oft denke „Get your shit together, guys!!!“, habe ich mich bei Easy ganz entspannt zurückgelehnt und alle acht Folgen gnadenlos, mit viel Zartbitterschokolade bewaffnet, hintereinander abgespielt. Jede Folge ist ein eigener Kurzfilm mit wechselnden Schauspielern und manchmal sind die Stories sogar durch den Plot oder durch wiederkehrende Charaktere miteinander verknüpft.

In Sachen Starbesetzung haben sich die Macher natürlich auch nicht lumpen lassen und casteten ein paar namhafte Hollywood Stars. Dave Franco nimmt die Rolle in den Episoden Brewery Brothers und Hop Dreams als Daueroptimist ein, der seine Träume verfolgt und es dabei mit Leichtigkeit schafft sein Privatleben und Arbeit zu verbinden, während sein Bruder, gespielt von Evan Jonigkeit, im Hamsterrad der Gewohnheit gefangen ist. Orlando Bloom, der meiner Meinung nach übrigens besser denn je aussieht, findet sich dank Tinder in einem sexuellen Abenteuer, einem Dreier mit seiner Frau (Malin Akerman) und ihrer besten Freundin (Kate Micucci), wieder und Emily Ratajkowski schlüpft in die Rolle einer jungen Selfie-Künstlerin, die mich schwer an eine hübschere, natürlichere Version von Kim Kardashian erinnert. Selbst für die bilingualen Serienjunkies wie mich gibt es noch ein Episoden Schmankerl. Die Folge Controlada ist nämlich komplett auf Spanisch und dank der ungenierten Performance von Aislinn Derbez und Mauricio Ochmann ganz schön caliente. Obwohl ich behaupten würde, dass meine moralischen Werte gar nicht so verkehrt sind, habe ich mich dabei erwischt, wie ich für den Bad Cop der Geschichte sympathisiert habe. Ich will euch jetzt aber auch gar nicht alle aufzählen und die Episoden verraten. Seht lieber selbst.

Joe Swanberg ist der Mann hinter der neuesten anthologisch aufgebauten Serie, die sich mit Sicherheit für viele als instant classic herauskristallisieren wird. Eigentlich kennt man Swanberg durch Filme wie Hannah Takes The Stairs oder Drinking Buddies, doch nun wagte er den großen Schritt mit Netflix in die mittlerweile extrem dicht besiedelte Welt der Serien. Er gilt neben Kollegen wie Lena Dunham und Mark Duplass als einer der wichtigsten Mitgestalter des Mumblecore Genres, wobei die wenigsten diesen Begriff akzeptieren. Um das Genre kurz zusammenzufassen: Es wird viel improvisiert, die Schauspieler bekommen wenig Maske, das Budget ist knapp und es wird mega viel geredet. Nicht Gilmore Girls viel, aber fast. Beim Mumblecore dreht sich alles um den Dialog und die zwischenmenschliche Beziehung und weniger um die Handlung. Im Prinzip ist es neu aufgelegter Naturalismus, der mir persönlich total zusagt. Kein Chi-Chi, real acting dank Improv und ein gut ausgewählter Cast.

So, ich hoffe ich konnte euch ein kleines Wortbild malen und dazu bewegen, diese Serie unbedingt in eure Watchlist zu speichern.

Bildquelle: Netflix Media  

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