HOW TO · Endlich ausmisten

Mein Umzug nach Berlin rückt in immer greifbarere Nähe und langsam aber sicher geht es ans Packen. Mein Problem ist nur, dass ich zum Horten neige, was dazu führt, dass ich mich unfassbar schlecht von Dingen trennen kann.

“Das Oberteil hatte ich zwar zwei Jahre nicht an, aber wer weiß, vielleicht kommt es in drei Jahren wieder in Mode und dann ärgere ich mich, dass ich es nicht mehr habe”. Realistische Gedankengänge, die wenn ich mal ehrlich zu mir selbst bin, totaler Quatsch sind, es ist schließlich nicht so, als würde es sich bei dem Großteil meiner Garderobe um Design-Klassiker handeln.

Als wäre der Hang zum Messi-Dasein nicht schon schlimm genug, bin ich auch noch ein Freund von cleanen Looks. Je weniger herumstehender Krims Krams, desto besser. Zwei Charaktereigenschaften, die sich nur mit viel Platz und noch mehr Stauraum vereinen lassen, aber finde das mal in einer 62 qm Wohnung.

Es führt also kein Weg dran vorbei, ich werde ausmisten müssen! Während ich mir vornehme, dieses eine Mal wirklich radikal zu sein, kriege ich schon bei Tipp Nummer eins schlottrige Beine:

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Foto · Jazmin Quaynor via Unsplash

1. Alles, was ein Jahr nicht benutzt wurde, kann weg. (Auweia, ich hab keine Ahnung mehr, was sich noch in den Kisten im Keller befindet. Nichts, was ich vermisse offensichtlich, vielleicht jedoch ein Schatz).

2. Die richtige Ausrüstung. Ein blauer Müllsack (für alles was weg kann), eine Kiste zum Spenden oder Verschenken, eine Kiste für den nächsten Flohmarkt.

3. Belohnung festlegen. (In meinem Fall ist die Belohnung, dass ich den Scheiß in Berlin nicht wieder rauf schleppen muss).

4. Ein Zimmer nach dem Anderen. Da das Chaos beim Ausmisten zumindest bei mir immer erstmal größer, statt kleiner wird, sollte ich definitiv jeden Raum einzeln angehen. Für euch vielleicht ein Tipp, um euch nicht zu überfordern.

5. Fragt euch: Fühlt sich ein Gegenstand gut an oder schwer? Klingt für mich erstmal nach Esotherik Quatsch, ist beim näheren Nachdenken aber gar nicht so dumm. Viele Dinge sind mit schlechten Erinnerungen behaftet bzw. sind nur da, weil wir ein schlechtes Gewissen haben, sie weg zu geben.

6. Entscheidet, ob ihr dieses Buch noch einmal lesen werdet. Der Gedanke, Bücher wegzuwerfen, bricht mir das Herz und das wird tatsächlich in meiner Welt nicht passieren. Trotzdem stellt sich die Frage, ob man jedes Buch nochmal lesen wird. Während ich meine Harry Potter Reihe beispielsweise niemals aus der Hand geben würde, würde ich den Roman von Jojo Moyes vermutlich kein zweites Mal lesen. Entweder könnt ihr die Bücher spenden (zum Beispiel an Jugendhäuser, Altenheime, Flüchtlingsunterkünfte oder Kindergärten etc.) oder ihr verkauft sie, zum Beispiel auf rebuy.

7. Habt ihr Gegenstände zweimal? Wirklich nutzen tue ich beispielsweise maximal vier Tassen gleichzeitig. Ich besitze aber mindestens zehn oder noch mehr. Da man gute und schöne Dinge natürlich nicht wegschmeißt, kann man rumfragen, ob Jemand im Freundeskreis gerade auf der Suche ist. So bekommt mein Bruder nun also meine Bettwäsche, die ich nicht mehr brauche, da ich mittlerweile eine Doppeldecke habe.

8. Take or Toss? Wer sich nicht entscheiden kann, braucht Unterstützung. Ladet euch die Mama oder Freundin ein, macht einen Wein auf und entscheidet zusammen.

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