JUST A THOUGHT · Der Wahnsinn um die Waage

Foto · Maria Molinero via Unsplash

Foto · Maria Molinero via Unsplash

Als mein Freund und ich letzte Woche durch einen Laden voller Retromöbel schlenderten, fiel uns beim Stöbern eine alte Waage ins Auge. Definitiv auch fernab ihrer Funktionalität ein ansehnliches Gerät. Das Problem ist bloß, dass ich, seitdem ich nicht mehr zuhause wohne, keine Waage besitze und nicht vorhabe, etwas an diesem Zustand zu ändern.

Klar, vor Ryanair Flügen geht mir natürlich auch die Flatter, ob der Koffer etwa schwerer als zehn Kilo sein könnte und mir womöglich eine Nachzahlung bescheren wird, die den eigentlichen Flugpreis ums dreifache übertreffen könnte. Diese Momente sind jedoch eine Seltenheit und seitdem ich weiß, dass es extra Kofferwaagen gibt, gibt es förmlich wirklich nichts mehr, was mich davon abhalten sollte, mein Waagenloses Dasein weiter fortzuführen.

Grund dafür ist, dass Zahlen, insbesondere auf der Waage, mich kirre machen. Ich kann mir das Szenario wirklich bildlich vorstellen, ich stehe morgens gut gelaunt auf, gucke in den Spiegel, finde völlig fein was ich sehe und stelle mich dann anschließend auf die Waage, die mir schadenfroh zwei Kilo mehr anzeigt, weil ich am Wochenende eine kleine Pizza Pasta Party gefeiert habe. Natürlich hat sich bis dato nichts an meinem objektiven Selbstbild geändert, aber kenne ich mich gut genug um zu wissen, dass sich an meinem subjektiven Selbstbild durchaus etwas geändert hätte.

Und das ist ja total Quatsch. Wieso lässt man sich von Zahlen so verunsichern?

Das Schlimmste an der Geschichte ist, dass es andersrum leider nicht so läuft. Wenn ich nämlich einen schlechten Tag habe und gefühlt über Nacht fünf Kilo zugenommen habe, hilft mir auch die gleichgebliebene Zahl auf der Waage nicht, mich besser zu fühlen. Völlig schizophren.

Wenn man zum Beispiel zu trainieren anfängt, nimmt man womöglich vorerst oder sogar dauerhaft an Gewicht zu und das, obwohl man Körperfett- und Masse verliert. Die Zahl auf der Waage bedeutet überhaupt nichts, deswegen sollten wir aufhören uns davon verrückt machen zu lassen und anfangen, auf das zu vertrauen, was wir sehen.

Wenn ich nämlich in den Spiegel gucke und mir gefällt, was ich sehe, ist es völlig uninteressant zu wissen, welches Gewicht dahinter steckt.

Und Dank dieser Tatsache gibt es wirklich absolut keinen Grund mehr, mir so ein Teil zuzulegen, es sei denn, ich werde unwahrscheinlicher Weise doch noch Profi Sportlerin oder muss aus anderen Gründen eine strenge Diät halten und ich gebe euch den guten Tipp, dasselbe zu tun.

  • Share:

Be first to comment