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Mein Auslandspraktikum in Spanien

Ich habe mit dem Gedanken gespielt nach Spanien oder besser gesagt nach Barcelona auszuwandern. Ich war bereits öfters dort und habe mich in die Stadt verliebt doch bevor ich endgültig umziehe habe ich mich entschieden, ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Ich habe durch eine Organisation eine Gastfamilie zugeteilt bekommen und eine Firma, die genau nach meinen Wünschen entsprach.

Zwei Wochen später befand ich mich in einem Flieger und landete nach knapp zwei Stunden. Ich war nervös und hätte vor Freude platzen können, als ich meinen Namen auf einen Pappkarton sah und eine ganze Familie vor mir hatte. Ich wurde herzlich aufgenommen mit Küssen und Umarmungen. Spanier eben. Sofort fühlte ich mich wohl und als teil der Familie.  

Eine Woche später fing auch mein Praktikum an, in einer Firma die Haarpflege Produkte herstellte. Ich wurde auch hier herzlich aufgenommen und meinen Stärken entsprechend eingesetzt. Natürlich wurde ich auch herausgefordert und vor allem meine Sprachen wurden hier sehr genutzt, sodass ich einen Kooperationspartner in Deutschland vermitteln konnte, was mich sehr gefreut hat. Meine zwei Chefs haben mich sehr oft mitgenommen zu Geschäftsessen und Meetings. Für etwa eine Woche waren sie in Mailand auf einer Messe und ich war, vom Büro aus in Barcelona, per Skype als Dolmetscher und für Recherchen tätig. Das hat mir das Gefühl gegeben, wichtig zu sein und mein volles Potenzial einsetzen zu können. Zum ende vom Praktikum wurde ich zum Essen eingeladen, es gab Paella, mein Lieblingsgericht, und ich erhielt die Möglichkeit von Deutschland aus weiter zu arbeiten und hier aktiv tätig sein als deutschsprachige Ansprechpartner für weitere Kooperationspartner. Ich habe das Angebot angenommen und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.    

Spanier und Ihr Alltag

Der Alltag in Spanien läuft anders ab, hier gibt es tatsächlich die berühmte Siesta. Schule, Arbeit und Unis fangen meist ab 9 Uhr an. Die Essenszeiten sind auch sehr unterschiedlich im Vergleich zu Deutschland. Meine Gastfamilie isst am Morgen nur eine Kleinigkeit, gegen Mittags gabs dann ein `boquallido`, ein belegtes baguette denn die Mittagsmahlzeit gibt es erst gegen 16 Uhr und Abendessen auch später als gewohnt, nämlich um 21 uhr. Abends haben wir immer etwas unternommen, meist mit meiner Gastschwester und ihren Freunden, auch hier wurde ich wie eine Einheimische behandelt. Ich habe mich mit vielen Gleichaltrigen unterhalten und konnte Erfahren, das es für junge Erwachsene die Arbeitswelt in Spanien sehr schwierig ist, viele müssen auswandern, weil sie keinen job finden in der Heimat, da die Wirtschaft schlecht ist.

 

Meine Gastfamilie habe ich sehr gemocht, sie haben mich wie ihr eigenes Kind behandelt. Von meinem Gastvater habe ich sehr viel gelernt über die Spanische Kultur und meine Gastmutter hat wunderbar gekocht, meist nach meinen Vorlieben denn ich wurde gleich am ersten Tag ausgefragt, was ich gerne esse. Und ja, nichts geht über eine einheimische Paella. Nach und nach kannte ich dann die komplette Familie, die in Barcelona lebte und sie alle haben mich wie ein Familienmitglied aufgenommen, was mir ein Gefühl gab, als wäre ich Zuhause und sie seien meine Familie. Somit fiel nicht nur mir der Abschied nach 4  Wochen extrem schwer. Es sind sogar Tränen geflossen. Der Wunsch zu bleiben war sehr gross und sie bestanden darauf weiterhin Kontakt zu halten. Bald werde ich sie wieder besuchen und darauf freue ich mich schon sehr vor allem auf die Paella.